Die Zugvögel, die Marsch und das Wattenmeer sind seit mehr als zwei Jahrzehnten die größte Inspirationsquelle für Else Pia Martinsen Erz. Die Sonderausstellung „Tak til Trækfuglene og Vadehavet” (Danke an die Zugvögel und das Wattenmeer) ist eine persönliche und sinnliche Erzählung über ein Leben, das eng mit der Landschaft, der Vogelwelt und den Gezeiten des Wattenmeeres verbunden ist.
Alles begann bei Sonnenuntergang entlang des Ballumdiget, wo die Künstlerin zum ersten Mal Tausende von Staren beobachtete, die im Gebüsch am Astrupdiget Schutz für die Nacht suchten. Später flogen die Stare nach Süden, und die Brandgänse kamen aus dem Norden und besetzten die Marsch. Seitdem haben die Gänse die Leinwände erobert – in großen Schwärmen, in der Luft und auf dem Boden, nah und fern.
Mit der Zeit wurden auch Schwäne, Reiher und kleine Vögel zu wiederkehrenden Motiven, und in den letzten Jahren gehörten die Kraniche zu den faszinierendsten. Sie wandern auf dem Watt, oft mit Spiegelungen im spiegelglatten Wattenmeer. Die Wandelbarkeit des Himmels, die Raserei der Natur, der Wind auf dem Deich und die unendliche Vielfalt der Farben waren eine ständige Quelle der Inspiration.
Die Ebbe und Flut, die kommen und gehen, geben den vielen Millionen Zugvögeln Leben, die jedes Jahr das Wattenmeer bereichern. Diese Bewegung – zwischen Ruhe und Kraft, Wiederholung und Veränderung – ist ein durchgängiges Thema der Ausstellung.
Else Pia Martinsen Erz schuf 2014 das Motiv für die UNESCO-Welterbe-Fliese anlässlich der Feierlichkeiten zum Weltkulturerbe Wattenmeer. Die Fliese ist im Wattenmeerzentrum fest installiert, und die Ausstellung markiert auch eine Wiederbegegnung mit diesem besonderen Ort.